Metal Til I Cry

Der Boden vibriert, das Essen fettig frittiert und das Taschentuch mit schwarzen Popeln garniert.

Mir dürstet es nach Reimen, das Geschrei so laut.
Tränen fließen, nicht aus den Augen, es sind meine Ohren, die bitterlich weinen.

Meine Zuneigung für Metal war stets übersichtlich – nichts dagegen. Weshalb auch?
Nichts verband mich damit.
Keine Berührungspunkte mit den so genannten langhaarigen Haudegen.

Auf der Bühne wird gegrölt, im Publikum gestampft.
Erschreckend selten besucht mich der Geruch von frisch verbranntem Hanf.
Die Maschinen hier laufen mit Bier, daran besteht kein Zweifel.

Beine dick wie Baumstämme, die Plauze fest ins Wacken-Shirt gespannt.
Zu meiner eigenen Enttäuschung habe ich niemanden entdeckt, mit einem mit Met gefüllten Horn in der Hand.

Meine Schichten sind lang und die Geduld verkürzt.
Über die Sprüche auf den selbstbedruckten T-Shirts bin ich mittelschwer bestürzt:

„Was sitzt auf dem Baum und winkt? Ein Huhu!“
Eine Band kommt zu spät: Das Publikum schreit Buhu!

So stehe ich am Einlass und schaue in die Menge.

Am Einlass stehend schaut mich ein Metalhead erwartungsvoll an und fragt:
„Wie komme ich denn hier rein?“
Nach kurzer Einschätzung der Person antworte ich:
„Geh einfach rein, du Schwein.“

Mein Umgangston ist meinem Überlebensmodus geschuldet, dieser unerträgliche Lärm – permanent.

Überraschend stelle ich fest, dass der Metalhead meine Aussage duldet und sie sogar auffasst, als ein Kompliment.

Die letzten Stunden meiner vierten Schicht brechen an, die Menschen sind bis jetzt entspannt.

Einer kann es natürlich nicht lassen und scheint unsere wiederholten Aussagen bewusst nicht aufzufassen. So legen wir Hand an und der Wikinger liegt im Sand dann.
Das war vielleicht ein bisschen doll, einer fragt mich: „Was das soll?“

Meine von den selbstbedruckten T-Shirts inspirierte Antwort lautet:
„Schwatz mir keinen Rost ans Mopped!“

Ich kann es kaum fassen, keine 48 Stunden hat es gedauert, um mich selbst dabei zu ertappen – ich habe mich auf die lokale Metal-Sprache eingelassen.

Keine Stunde nach der letzten Schicht, saufen wir Uns auf der Rückbank unseres Autos dicht.

Müde und besoffen, und ein berauschtes Lächeln im Gesicht, strecke ich die Hand aus dem Fenster und forme Sie zur Pommesgabel.

Mein Motto für nächstes Jahr steht fest, es lautet:
So schlimm war es dann doch nicht.


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