Weihnachten

Euch allen eine fröhliche Weihnacht.

Wie sagt man so schön? Ho, ho, ho!

Ins Englische übersetzt bedeutet dies dreimal Hure.
Das ist aber gar nicht weihnachtlich, deshalb wollen wir es nicht zu genau nehmen, nicht wahr?

Jedoch ist die Metaphorik von Weihnachten und einem Bordell doch gar nicht so verkehrt.
Werfen wir einen flüchtigen Blick hinein.

Die Mutter ist heute vor Ort, nur ohne Puff davor. Auch sie hat ihren Anteil zum leiblichen Wohl der Allgemeinheit beigetragen. Kondome wurden nicht gekauft, sondern Kartoffeln. Die bewährte Linda.

Der Vater hält die Türen auf und nicht zu – ein Braten wird ja meist mit zwei Händen getragen. Auch musste er niemanden zwingen, heute vor Ort zu sein.

Die Brüder jagen höchstens die Krähen vom Felde, aber nicht unsittliche Freier aus düsteren Gefilden. Die Schwestern verteilen Geschenke, die vom Herzen kommen und aus meist semi-freiwilliger Ambition heraus erfolgen.

Ein Hauch von Verpflichtung entspringt höchstens dem Brunnen der sozialen Normen, aus denen die Erwartungshaltung hervorgeht: verschenken!

Der musikalische Ansatz ist auch etwas gemütlicher: Franky Boy begleitet uns mit warmer Stimme über den Abend hinweg, und Haftbefehl feiert weiße Weihnachten auf seine Art und Weise, ganz für sich allein.

Geschenkt wird heute kein kurzer Rock, keine weißen Stiefel, kein Schlagring, kein Testosteron, sondern selbstgemachte Kerzen, Socken, Gutscheine oder Worte der Zuneigung.

Geschenke der Zwietracht stehen Geschenken der Eintracht gegenüber.

Bei einigen ist sogar Gott mit dabei, muss aber nicht. Denn Glaube ist Kopfsache.

Eine schöne Zeit ist jenes Ziel, das uns am Ende alle eint, und deshalb wünsche ich uns eben jene.

Wir appellieren außerdem an Euch: Lasst es euch gut gehen. Worum sollte es sonst an diesen Tagen gehen?

In diesem Sinne: Merry Christmas und ein dreimaliges: ho, ho, ho!


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